Das Zera Institute weist die Berichterstattung des SPIEGEL über das Institut und seine Förderung entschieden zurück. Der Beitrag arbeitet mit selektiver Darstellung, Auslassung zentraler Fakten und einer systematischen Abwertung insbesondere weiblicher Mitarbeitender, obwohl die entsprechenden Fragen im Vorfeld umfassend und schriftlich beantwortet wurden.
Im Einzelnen beanstanden wir:
Der Beitrag konstruiert eine angebliche fachliche Unzulänglichkeit des Zera Institute, indem er Studien- oder Nebentätigkeiten einzelner Mitarbeiterinnen aus früheren Lebensphasen skandalisiert und diese zur Hauptqualifikation erklärt. Gleichzeitig werden relevante Abschlüsse, berufliche Erfahrungen und konkrete Projektrollen entweder verkürzt oder vollständig ausgeblendet. Diese Form der Darstellung läuft faktisch auf eine pauschale Kompetenzabsprache hinaus – ohne sachliche Belege.
Auffällig ist, dass sich diese Abwertung nahezu ausschließlich auf weibliche Mitarbeitende richtet. Männer mit ausgewiesener Expertise werden entweder nicht erwähnt oder ihre Rollen nicht problematisiert. Das Ergebnis ist ein verzerrtes Bild, in dem Unfähigkeit konstruiert wird, wo interdisziplinäre Arbeit tatsächlich geleistet wird.
Zugleich lässt der Beitrag zentrale Projektleistungen vollständig unerwähnt. So wird der Podcast Arguably als angeblich nicht existent dargestellt, obwohl dem Autor bekannt war, dass mehrere Folgen bereits vorproduziert sind und die Veröffentlichung ab Januar geplant ist. Diese Information wurde dem Journalisten ausdrücklich mitgeteilt, im Artikel jedoch unterschlagen.
Ebenfalls nicht erwähnt werden die Expertenrunden und Fachformate des Zera Institute sowie der Expertenrat, dem unter anderem angehören:
- Seyran Ateş, Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin
- Sigmount A. Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschlands
- Hudhaifa Al-Mashhadani, Dekan der Ibn-Khaldun-Schule in Berlin-Neukölln und Experte für Extremismus- und Terrorismusprävention
Diese Fachpersonen und ihre Beiträge bleiben im Artikel vollständig unberücksichtigt.
Darüber hinaus verschweigt der Beitrag den seit Monaten öffentlich dokumentierten internen Konflikt innerhalb der Berliner Kulturverwaltung, obwohl hierzu bereits umfangreiche Berichterstattung unter anderem in WELT und BILD vorliegt. Diese Berichte thematisieren unter anderem strukturelle Blockaden, Machtkämpfe und die faktische Verschleppung bzw. Nichtverwendung von Mitteln zur Antisemitismusprävention. Dieser Kontext ist für die Einordnung interner Verwaltungsdokumente und Bewertungen, aus denen der SPIEGEL zitiert, zentral – wird jedoch vollständig ausgeblendet.
Stattdessen wird eine Parteizugehörigkeit einzelner Vereinsmitglieder als Indiz für eine angeblich „unsaubere“ Mittelvergabe herangezogen, obwohl die Förderung nach einem regulären Verwaltungsverfahren bewilligt wurde und keinerlei persönliche Einflussnahme nachgewiesen oder belegt ist.
In der Gesamtschau entsteht so kein sachlicher Prüfbericht, sondern der Eindruck einer koordinierten Kampagne gegen das Zera Institute:
Kompetenz wird abgesprochen, Leistungen werden verschwiegen, Kontext wird entfernt und aus Einzelbiografien eine Skandalerzählung konstruiert – unabhängig von den tatsächlichen Fakten.
Das Zera Institute hat daher formell Beschwerde bei der Ombudsstelle des SPIEGEL eingelegt und behält sich weitere presserechtliche Schritte vor.
Zera Institute
Berlin 27.12.2025